Wir brauchen keine Statistik, um zu verstehen, was gerade passiert. Fast täglich melden sich Unternehmer oder Geschäftsführer bei uns, die ihre Firma auflösen müssen. Nicht strategisch geplant, kein kontrollierter Exit, sondern ganz nüchtern: Weil es einfach nicht mehr funktioniert.
Wenn man dann noch dazu die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes liest, ergibt sich ein klares Bild:
- 24.064 Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025
- +10,3% gegenüber dem Vorjahr
- Höchster Stand seit 2014
Quelle: Destatis Pressemitteilung, März 2026, https://tinyurl.com/yzhcry62
Das ist keine kurzfristige Schwankung mehr. Das ist eine Entwicklung, die sich im Markt etabliert hat und in unserer Branche täglich zu spüren ist.
Mehr Fälle, kleinere Volumina
Auffällig ist weniger die absolute Zahl als die Struktur dahinter. Die gemeldeten Forderungen lagen 2025 bei 47,9 Mrd. € und damit unter dem Vorjahresniveau. Das bedeutet: Es gibt weniger große, medienwirksame Insolvenzen, dafür deutlich mehr kleinere Fälle.
Wir sehen viele kleinere und mittlere Unternehmen, oft solide geführt und über Jahre etabliert, die trotzdem unter Druck geraten und aus dem Markt verschwinden. Besonders betroffen sind Branchen wie Logistik, Bau und Gastronomie. Alles Bereiche, in denen hohe Kosten, geringe Spielräume und schwankende Auslastung die Situation schnell eskalieren lassen. Bei uns melden sich zudem auch viele Einzelhändler.
Was in der Praxis übrig bleibt
Hinter jeder Insolvenz steht nicht nur eine Zahl, sondern ein konkretes operatives Problem. In der Realität bedeutet das:
- volle Lager
- wenig Zeit
- keine klare Abwicklungsstrategie
Dazu kommen häufig gemischte Bestände, unvollständige Artikeldaten und hoher emotionaler Druck auf Entscheiderseite. Das ist nachvollziehbar, macht die Situation aber keineswegs einfacher.
Wo professionelle Lösungen greifen – und wo nicht
Wir sagen ganz klar: Nicht jeder Bestand passt zu uns. Für kleinere Mengen oder stark fragmentierte Ware gibt es häufig sinnvollere, lokale Lösungen. Das ist keine Abwertung, sondern eine Frage der Effizienz. Relevant wird es dort, wo Struktur und Volumen zusammenkommen:
- Bestände ab etwa 1 Mio. € UVP
- palettierte, versandfähige Ware
- belastbare Artikellisten inkl. EAN/GTIN
- klarer Zeitrahmen für die Abwicklung
Gemischte Posten sind grundsätzlich kein Hindernis. Entscheidend ist die Größenordnung und die operative Umsetzbarkeit.
Der häufigste Fehler: Zu lange warten!
Was wir in vielen Fällen beobachten, ist ein Zögern an der falschen Stelle. Es wird versucht, einzelne Kanäle zu testen, Preise zu optimieren oder „das Beste“ herauszuholen. Alles verständlich, aber selten zielführend.
Denn mit der Zeit steigen:
- der Wertverlust der Ware
- die Komplexität der Abwicklung
- und der operative Druck
Die Situation verbessert sich nicht dadurch, sie wird nur schwerer beherrschbar.
Unsere Rolle im Gesamtbild
Wir verstehen uns nicht als klassischer Händler und auch nicht als letzte „Auffanglösung“. Unsere Rolle beginnt dort, wo Volumen, Zeitdruck und Komplexität eine strukturierte Lösung erfordern:
- schnelle, belastbare Bewertung
- klare Entscheidungen ohne Umwege
- zügige und saubere Abwicklung
Ehrlich gesagt: Wir machen es einfach, damit Sie sich auf Wichtigeres konzentrieren können.
Fazit
Die steigenden Unternehmensinsolvenzen sind keine abstrakte Kennzahl. Sie sind Teil der aktuellen Marktrealität und sichtbar in Lagerbeständen und in den Gesprächen, die wir täglich führen. Viele Unternehmen verschwinden zudem oft ohne große öffentliche Aufmerksamkeit.
Was bleibt, sind Bestände, für die kurzfristig handlungsfähige Lösungen gefunden werden müssen. Am Ende entscheidet nicht die Ausgangslage, sondern die Geschwindigkeit und Klarheit in der Umsetzung. Denn Ware hat nur dann einen Wert, wenn sie bewegt wird.
Stehen Sie vor einer Bestandsauflösung? Sprechen Sie uns gerne an! Wir klären unverbindlich mögliche Optionen und bewerten Ihre Situation.


